RTL-Video zur Kampagne

vom: 11. Juli 2008      Kategorie Allgemein      von: admin

Ein Video zur Kampagne findet sich auf RTL Regional unter

www.rtlregional.de/player.php?id=2884

Start der NOTRUF-Plakataktion

vom: 3. Juli 2008      Kategorie Allgemein      von: admin

mit Maria Ketikidou, Nina Petri und Katja Studt am 4. Juli 2008 Vom 4. bis zum 14.07.2008 werden diese drei Plakatmotive in den U-Bahnhöfen und an den Litfasssäulen in Hamburg und im Umland zu sehen sein. Ab 17. Juli werden die Plakatmotive dann als Edgar SocialCards für 2 Wochen in 450 Gastronomiebetrieben ausliegen.

Warum macht der NOTRUF diese Kampagne?
(Informationen über Arbeit und Angebote der Hamburger Beratungsstelle NOTRUF erhalten Sie unter www.frauennotruf-hamburg.de)
Nach dem schockierenden, vielfach traumatisierenden Ereignis sexueller Gewalt ist fachlich kompetente Hilfe häufig der einzige Ausweg aus der hierdurch verursachten Lebenskrise.
Doch sehr viele Opfer sexueller Gewalt wissen nicht, wo sie in dieser Situation kompetente, fachliche Hilfe erhalten können.
Und: Es erfordert auch heute noch viel Mut von den Betroffenen, sich ohne Angst vor Schuldzuweisung oder erneuter Beschämung die Informationen und Unterstützung zu verschaffen, die helfen könnten. Die Hälfte aller betroffenen Frauen und Mädchen spricht mit niemandem über das erlittene Unrecht und die hierdurch verursachten körperlichen und psychosozialen Folgen.
· Daher möchte die Hamburger Beratungsstelle NOTRUF besonders nachdrücklich auf ihr Unterstützungsangebot für vergewaltigte Frauen und Mädchen hinweisen.
· Zugleich möchten wir deutlich erkennbar auf die oft unsichtbaren Verletzungen aufmerksam machen, die Betroffene durch das Unrecht sexueller Gewalt erleiden.

Von der Idee zur Aktion
Art Director Michael Hoinkes unterstützt diese Ziele und entwickelte kostenfrei für den NOTRUF eine mehrstufige Informationskampagne. Ebenfalls honorarfrei stellte der Fotograf Justin Winz dem NOTRUF seine Kreativität und sein professionelles Know-how zur Verfügung.
Auch die Hamburger Schauspielerinnen Maria Ketikidou, Nina Petri und Katja Studt konnten die Kampagne gewonnen werden. Sie brachten den erforderlichen Mut auf, sich als Fotomodelle für die Plakatmotive zur Verfügung zu stellen: Sie verkörpern drei Frauen, die in den Spiegel sexueller Gewalt blicken.
Die Bezirksversammlung Nord half mit einer großzügigen Zuwendung, die Materialkosten zu decken. Viele neue Unterstützerinnen und Unterstützer trugen mit ihrem Engagement dazu bei, dass die erste Stufe des Konzepts – die NOTRUF-Plakataktion – Wirklichkeit werden konnte.

Im NOTRUF-Weblog können auch Sie sich zur NOTRUF-Kampagne und zum Problem „Sexuelle Gewalt“ äußern.

Sexuelle Gewalt verändert alles!
Deshalb werden die NOTRUF–Mitarbeiterinnen weiterhin das Problem Sexuelle Gewalt im Blick behalten. Für die Fortsetzung der Informationskampagne (geplant sind z.B. Hör-, TV und Kinospot, Internetbanner) möchten die Initiatorinnen vom Hamburger NOTRUF noch mehr Hamburgerinnen und Hamburger gewinnen.

Geht es doch darum,
1. die für Betroffene und ihre Vertrauenspersonen so wichtige Telefonnummer der Hamburger Beratungsstelle NOTRUF nachhaltig im öffentlichen Bewusstsein zu verankern und
2. über die zerstörerischen Folgen sexueller Gewalt - sowohl für die Opfer als auch für eine demokratische Gesellschaft - aufzuklären und die öffentliche Auseinandersetzung hierüber voranzubringen.

Wenn Sie für die Fortsetzung der Kampagne spenden möchten:
Spendenkonto: Förderverein des Hamburger NOTRUFs, Haspa, BLZ 200 505 50, Kto.Nr. 1011/ 211 008
Stichwort: Sexuelle Gewalt im Blick

Zahlen und Fakten

vom: 3. Juli 2008      Kategorie Allgemein      von: admin

Vergewaltigung und sexuelle Nötigung

Weltweit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) benennt sexualisierte und häusliche Gewalt gegen Frauen als Problem der öffentlichen Gesundheit. Bereits 1994 wurde die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in die Liste ihrer Handlungsprioritäten aufgenommen.
Denn täglich werden unzählige Frauen und Mädchen Opfer schwerster körperlicher und sexualisierter Gewalt.

In Europa
Laut einer Studie, die in Straßburg bei einer Fachtagung des Europarates vorgelegt wurde, wird jede vierte Frau mindestens einmal im Leben Opfer von Gewalt,
jede zehnte Frau Opfer sexueller Übergriffe. (Quelle: AFP 2008)

Deutschland
(Im Folgenden bleiben sexuelle Gewalthandlungen gegen Kinder unberücksichtigt)

Die erste repräsentative Studie in Deutschland  aus dem Jahr 2004 bestätigt bisherige For-schungen:
13% der befragten Frauen und Mädchen zwischen 16 – 85 Jahren haben sexuali-sierte Gewalt erlebt, die nach der engen juristischen Definition als Straftat gilt, d.h. fast jede Siebte in Deutschland.
58% der Frauen und Mädchen zwischen 16 – 85 Jahren haben sexuelle Belästigun-gen erlebt, das ist mehr als jede Zweite.
·    40% der Befragten haben körperliche oder sexualisierte Gewalt oder beides erlebt.
·    50 % dieser befragten Gewaltopfer haben mit niemandem gesprochen, keine ärztli-che Hilfe in Anspruch genommen und
·    25 % kennen keine staatliche, kirchliche oder unabhängige Einrichtung, von der sie Unterstützung erhalten könnten.

Hamburg

·    Auch in Hamburg leben hiernach 13 % Frauen und Mädchen, die Opfer strafrecht-lich relevanter sexualisierter Gewalttaten wurden, das sind rund 107.000 Frauen und Mädchen zwischen 16 und 85 Jahren.
·    Die Hälfte dieser Frauen und Mädchen bleibt ohne jede Hilfe.

Im Jahr 2007 wurden in Hamburg
·    454 Strafanzeigen gemäß §177 StGB (Vergewaltigung / Sexuelle Nötigung) er-stattet

Die Dunkelziffer, das ist die Zahl der Taten, die nicht durch eine Anzeige bekannt wer-den, ist laut Forschungen rund 5 – 10 mal höher.

Demnach ist von
·    2.270 – 4.540 Sexualstraftaten gemäß §177 StGB im Jahr 2007 auszugehen.

Das heißt im vergangenen Jahr gab es hiernach in Hamburg täglich
·    6 – 12 schwere sexuelle Übergriffe – Vergewaltigungen, Vergewaltigungsver-suche, sexuelle Nötigungen.

Tatrisiko / Verurteilungen

Veröffentlichte Daten über die Anzahl eingestellter Verfahren und eröffneter Hauptverfah-ren, über Verurteilungen und Freisprüche sowie Höhe der Strafen gibt es in Hamburg nicht.
Andere Statistiken und Studien machen aber deutlich:

·    Nur wenige Täter werden angezeigt.
·    Von den angezeigten Tätern wird nur gegen einen Teil das Hauptverfahren eröffnet.
Nur ein geringer Prozentsatz dieser Angeklagten wird strafrechtlich verurteilt.

Mögliche Folgen für die Opfer

Die Folgen sexualisierter Gewalttaten für die betroffenen Frauen und Mädchen sind häufig schwerwiegend und umfangreich.
Hierbei kann es sich grob vereinfacht handeln um:

·    psychische Folgebeschwerden
·    körperliche Folgebeschwerden
·    verändertes Welt- und Selbstbild
·    veränderte Lebens- und Arbeitsbezüge
·    veränderte Beziehungen

Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e.V. Hamburg

·    Rund 320 Frauen und Mädchen sowie deren Vertrauenspersonen wenden sich jedes Jahr erstmalig an die NOTRUF-Beratungsstelle.
·    ca. 2.500 telefonische und persönliche therapeutische Beratungsgespräche werden jährlich geführt.

Zahlen und Fakten aus:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“
Polizeiliche Kriminalstatistik 2007 der Polizei Hamburg

Die Unterstützerinnen und Unterstützer

vom: 3. Juli 2008      Kategorie Allgemein      von: admin

… der Plakataktion „Sexuelle Gewalt im Blick“
Art Director Michael Hoinkes, der u.a. amnesty international im Jahr 2006 mit einer Plaka-taktion unterstützte, konnte für die Idee einer Aufklärungskampagne gewonnen werden. Er entwickelte hierzu unentgeltlich für NOTRUF ein umfangreiches Kampagnenkonzept.
Am Anfang dieser mehrstufigen Kampagne „Sexuelle Gewalt im Blick“ steht die von ihm konzipierte Plakataktion, die ab 4. Juli 2008 in und um Hamburg zu sehen sein wird.

Auch der Fotograf Justin Winz (www.justinwinz.com), der zusammen mit Michael Hoin-kes bereits einige soziale Kampagnen realisierte, stellte dem NOTRUF seine Kreativität, sein pro-fessionelles Know-how, sein Organisationstalent und seine Arbeitszeit für die Plakataktion ho-norarfrei zur Verfügung.

Dann passierte sehr schnell etwas sehr Entscheidendes: Die Bezirksversammlung Nord half durch eine großzügige Anschubfinanzierung. Damit war gesichert, dass Material-, Sach-, Druckkosten für den Start der Kampagne mit einer Plakataktion finanziert werden konnten.

Die Schauspielerinnen Maria Ketikidou, Nina Petri und Katja Studt konnten als Unter-stützerinnen für die Ziele der Kampagne gewonnen werden. Darüber hinaus brachten sie den erforderlichen Mut mit, sich als Fotomodelle für die provokanten Plakatmotive zur Verfügung zu stellen: Sie verkörpern auf den Plakaten die Frauen, die in den Spiegel sexueller Gewalt blicken.

Die Visagistinnen Karin Gade und Nina Pach sowie die Stylistin Ulrike Schlüter sorgten an den Shooting-Terminen für ein perfektes Make up und Styling der prominenten Models.
Der Journalist Matthias Greulich sowie Sebastian Joos und Lars Büscher von der Film- und Medienakademie hielten das Shooting und Interviews mit Ketikidou, Petri und Studt in Bild und Ton fest.

Das Bildbearbeitungsstudio ELEKTRONISCHESCHÖNHEIT.DE ermöglichte durch mühseli-ge Arbeit, dass die Spiegelbilder der Schauspielerinnen, die die Fotografien von ihnen zeigten, durch Fotografien von drei Masken sexueller Objekte (sogenannter Sexpuppen) ersetzt wurden.

Claudia Berg von der Internetagentur www.bergdesign.de organisierte und kreierte kostenlos für den NOTRUF und pünktlich zum Start am 4. Juli 08 unter www.sexuelle-gewalt-im-blick.de für JournalistInnen einen geschützten Zugang zu den Text -, Ton -, Bild - und Filmmaterialien der Kampagne und einen Weblog als Möglichkeit für die Öffentlichkeit, sich ebenfalls zu der Kampagne zu äußern.

Die Texterin Birgit Heintz (www.heintz-text.de) lernten wir leider etwas zu spät kennen. Dennoch half sie uns mit schnellen Rückmeldungen, mit Kritik, Bestätigung und Ermutigung zu neuen Blickwinkeln auf das bereits „Vollbrachte“. Auf jeden Fall rechtzeitig zu den nächsten Ak-tionen werden wir in Sachen „Text“ ihren Rat und Geist erneut erbitten.

Beim Druck der Plakate kam uns drucktechnik.de mit einem großzügigen Rabatt entgegen. Auch United Ambient Media half uns mit viel Geduld, Rabatt und Edgar SocialCards als die 3 Motive schließlich noch für wenig Geld aber in möglichst großem Umfang als Karten produziert und in Hamburg verteilt werden sollten.

Anerkennen möchten wir last but not least die Unterstützung durch Menschen, die aus dem einen oder anderen Grund nicht genannt werden können, weil sie z.B. („lediglich“) im Rahmen ihrer bezahlten Arbeit ihr Allerbestes für den NOTRUF taten oder weil die Unterstützung des einen sozialen Projekts die Anfragen von anderen nach sich zieht oder, oder, oder…
Mit ihrer Geduld, ihrer Ausdauer und ihrem Engagement verhalfen sie alle der Plakataktion zum entscheidenden Sprung in die Öffentlichkeit.

Wir – das NOTRUF-Team - danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern durch deren Engagement diese Kampagne möglich wurde.

Konzept- und Verlaufsskizze

vom: 3. Juli 2008      Kategorie Allgemein      von: admin

… der NOTRUF Informationskampagne „Sexuelle Gewalt im Blick“

Die Fakten
Professionelle Unterstützung ist nach dem traumatischen Ereignis schwerer sexueller Gewalt viel-fach lebensrettend. Doch sehr viele Opfer sexueller Gewalt wissen nicht, wo sie in dieser Lebens-krise kompetente fachliche Hilfe erhalten können.
Die Hälfte aller betroffenen Frauen und Mädchen spricht mit niemandem über das traumatische Erlebnis einer Vergewaltigung (siehe Zahlen und Fakten).
Es erfordert auch heute noch viel Mut von den Betroffenen, sich ohne Angst vor Schuldzuweisung oder erneuter Beschämung die Informationen zu verschaffen, die ihnen helfen könnten (siehe Warum Information über die NOTRUF Beratungsstelle Not tut!).

Unsere Ziele
· Daher möchte die Hamburger Beratungsstelle NOTRUF besonders nachdrücklich auf ihr Unter-stützungsangebot für vergewaltigte Frauen und Mädchen hinweisen.
· Zugleich möchten wir deutlich erkennbar auf oft unsichtbare, schwere Verletzungen aufmerk-sam machen, die Betroffene durch das Unrecht sexueller Gewalt erleiden.

Von der Idee zur Aktion
Durch den Hinweis einer renommierten PR-Agentur in Hamburg konnte der Art Director Michael Hoinkes für diese Ziele gewonnen werden. Er entwickelte und präsentierte kostenfrei für die NOT-RUF - Beratungsstelle eine mehrstufige Informationskampagne.
Jetzt – zwei Jahre später und um viele Unterstützerinnen und Unterstützer reicher - startet die Kampagne „Sexuelle Gewalt im Blick“ mit einer Plakataktion. Die Hamburger Schauspielerinnen Maria Ketikidou, Nina Petri und Katja Studt „verkörpern“ (im wahrsten Sinne des Wortes) auf den Plakaten die Botschaften des NOTRUF.
Ab 4. Juli sind die Plakate in und um Hamburg in allen U - Bahnhöfen und an Litfaßsäulen zu se-hen.
Im NOTRUF - weblog www.sexuelle-gewalt-im-blick.de können Hamburgerinnen und Hamburger außerdem die Plakate kommentieren und sich untereinander zum Problem „Sexuelle Gewalt“ aus-tauschen.
Als Edgar SocialCards werden die Plakatmotive dann ab 17. Juli für 2 Wochen in 450 Gastrono-miebetrieben ausliegen.

Finanzierung
Die Kosten für eine professionelle Informationskampagne sind erschreckend hoch. Für den Ham-burger Verein NOTRUF e.V. unerschwinglich. Teil des Finanzierungskonzepts ist daher, in die Um-setzung der Kampagnenziele viele UnterstützerInnen einzubinden, die hierzu einen ideellen oder materiellen Beitrag leisten wollen.

Die Perspektive
Durch die Einbindung der Medien in die Unterstützung der NOTRUF – Kampagne und auch durch die ersten Plakatierungsmaßnahmen erwarten wir, mehr Betroffene mit unserem Hilfsangebot zu erreichen.
Zugleich werden wir hierdurch für die Lebenssituation der Betroffenen mehr öffentliche Aufmerk-samkeit erzielen.

Sexuelle Gewalt verändert alles
Daher werden die NOTRUF – Mitarbeiterinnen weiterhin das Problem Sexuelle Gewalt im Blick be-halten. Die Fortführung der Informationskampagne ist daher von Anfang an mitgedacht.
Geht es doch darum,
1. die für Betroffene und ihre Vertrauenspersonen so wichtige Telefonnummer der Hamburger Be-ratungsstelle NOTRUF nachhaltig im öffentlichen Bewusstsein zu verankern und
2. über die zerstörerischen Folgen sexueller Gewalt sowohl für die Opfer als auch für eine demo-kratische Gesellschaft aufzuklären und die öffentliche Auseinandersetzung voranzubringen.
Als sehr kleiner, regionaler Träger verfügt der Hamburger NOTRUF aber über keine Gelder für wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit. Die Berichterstattung in den Medien und die ersten Plakat-schaltungen helfen dem NOTRUF voraussichtlich auch dabei, noch mehr Hamburgerinnen und Hamburger für die Weiterführung der Informationskampagne zu gewinnen.

Wir freuen uns, wenn auch Sie die Informationskampagne unterstützen wollen

Spendenkonto: HASPA, BLZ 200 505 50, Kontonr. 1011/211008
Beethovenstr. 60  22083 Hamburg  Tel: 040/ 25 55 66 Email: Notruf-Hamburg@t-online.de www.frauennotruf-hamburg.de

Warum Information über die NOTRUF- Beratungsstelle Not tut!

vom: 3. Juli 2008      Kategorie Allgemein      von: admin

Fast täglich berichten Medien über Vergewaltigungen und sexuelle Gewalthandlungen, denen nahezu immer Mädchen oder Frauen zum Opfer fielen. Auch über den Umgang mit den Tätern, über Strafmaß und Strafverschärfungen wird häufig öffentlich und privat diskutiert.
Dennoch: Eine Vergewaltigung wird selten angezeigt. Sogar nächste Vertraute – wie Mutter, Lebenspartner oder die beste Freundin - erfahren nur ausnahmsweise davon. An-ders als bei einem Raubüberfall würde sich das traumatisierte Vergewaltigungsopfer kaum der netten Arbeitskollegin oder der hilfsbereiten Nachbarin anvertrauen.

Eine repräsentative Untersuchung der Bundesregierung aus dem Jahr 2004 stellte fest:
Die Hälfte der über 16jährigen Mädchen und Frauen, die Opfer schwerer sexueller Gewalt wurden, spricht darüber mit niemandem.
Selbst wenn die sexuellen Gewalthandlungen zu ernsten körperlichen Verletzungen führ-ten, begeben sich nur sehr wenige von ihnen in ärztliche Behandlung.
Ein Viertel der weiblichen Opfer von Vergewaltigung und sexueller Nötigung kennt keine Einrichtung, in der sie in dieser Lebenskrise Hilfe erhalten könnte.
(mehr dazu Zahlen und Fakten)

Hinzu kommt, dass die meist schweren Folgen sexueller Gewalt für die Opfer sowohl in der privaten als auch in der öffentlichen Diskussion oft heruntergespielt oder sogar ge-leugnet werden. Vergewaltigte Frauen und Mädchen werden oft durch Vorwürfe und Schuldzuweisungen erneut gedemütigt und beschämt. Sei es vor Gericht, beim Versor-gungsamt oder im Gespräch mit nächsten Angehörigen - den Aussagen von Vergewalti-gungsopfern wird vielfach misstraut.

Um die betroffenen Frauen und Mädchen schließt sich eine Mauer des Schweigens, die es erschwert oder sogar unmöglich macht, in dieser Lebenskrise Hilfe zu erhalten.
In Hamburg zählen rund 107.000 Frauen zu den Opfern schwerer sexueller Gewalthand-lungen. Die meisten von ihnen sind von jeder Hoffnung abgeschnitten, für die gewaltsam verursachten Wunden Heilung zu finden.

Diese trostlose Situation möchte die Hamburger Beratungsstelle NOTRUF für ver-gewaltigte Frauen und Mädchen ändern.
So entstand die Idee, mit einer unübersehbaren und unüberhörbaren Informationskampa-gne auf das Beratungsangebot des NOTRUFs hinzuweisen.
Dank des ehrenamtlichen Engagements von Unterstützerinnen und Unterstützern aus der Kreativ-, Kultur- und Medienbranche und durch eine Anschubfinanzierung der Bezirksver-sammlung Nord konnte jetzt mit drei Plakatmotiven ein erster Schritt auf dem Weg zu mehr öffentlicher Information für Opfer sexueller Gewalt getan werden (Konzept und Ver-lauf).

Die Kosten für eine auf Dauer angelegte, „werbewirksame“ Informationskampagne sind jedoch gewaltig. Doch der Start der Plakatkampagne zeigt, dass auch einem sozialen Projekt gelingen kann, was sonst nur ein großer Werbeetat ermöglicht.

Die Initiatorinnen vom Hamburger NOTRUF wollen daher weiterhin viele Hamburgerinnen und Hamburger für die Fortsetzung der Kampagne gewinnen.
Denn Information ist der erste Schritt aus der Isolation und kann Betroffenen den Weg öffnen, um für die unversorgten Wunden Heilung zu finden.